Willkommen!

AK

Teile dieses Blogs sind mittlerweile Inhalt eines (deutschen Französisch-) Schulbuchs, als bester privater Reise-Blog-Beitrag ausgezeichnet (die Venedig-Gebrauchsanweisung, danke, GEO!) und Gegenstand von Foren von Germanisten und anderen Witzbolden ;-)

Darüber, was die Schlagwörter rechts bezeichnen, ist hier einiges zu finden.

Bilder sind in meinem Picasa-Album ersichtlich (ALLE Bilder sind dort besser zu sehen).

Gute Unterhaltung!

14 Nov 2013

Inhalt

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A Last Night – Abschied von einer Insel

Besuchen Sie Europa – solange es noch geht…

Aus den Iden des Mai – und erste Blicke ins 17er-Jahr

Bilder aus Südspanien 

Rajasthan – Bilder einer Reise

Bilder, die sprechen – was Mantua erzählt

… wie Gott in Frankreich – Neues von dort

Eyes wide open – Heimkehr in den Norden

Ein Flâneur in Sevilla – aktuelle Bilder aus Andalusien

Aranjuez – Kierling – Von Bach zu Rodrigo und Kafka

Ein kurzer Brief zum langen Abschied – Marokko revisited

Côte d’Azur – neue Bilder aus einer alten Heimat

Für heuer – Bilder aus Südwestfrankreich

Zwölf Minuten – ein Essay über Sevilla und Vincente

Die vergessene Revolution – über die Commune und Paris

Ein Papst tritt ab – über das Papsttum, das Schisma, Padua, Giotto und das späte Mittelalter

Sieben Monate mit Theo – über einen, der nicht mehr wollte

Ultimo Viaggio – eine letzte Reise – über eine, die gegangen ist

A Dream Come True – eine maghrebinische Geschichte aus Marokko

Venice for Pleasure – eine von GEO ausgezeichnete Gebrauchsanweisung für Venedig

COS I’M FREE – eine Geschichte, die Mut machen soll

A Long Happy Hour – Bilder und Impressionen aus Südengland

Das größere Puzzle – ein wenig vom Absurden

Der letzte Kreis der Hölle – volkstümliche Musik revisited – ein Wutanfall

Zwei Blondinen in Rom – über Cleopatra und Rom

:-) – über Reiseleiter

Österliches aus dem Morgenland – Bilder und Zeilen aus Marokko

Neue Bilder… – aus Marokko und Israel

Küste des Lichts – aus der Côte d’Azur

Eine wiedergefundene Zeit – Zeilen und Bilder aus Südwestfrankreich

Die Sixtina des Impressionismus – Monet und die anderen – das Musée Jeu de Pomme

Look Back in Anger – ein Nachruf auf eine Hoffnung und den €uro

Auld Lang Syne – Bilder und Gedanken aus Schottland

Rule, Britannia! – Bilder und Worte aus England

Pastis und Spitzenhäubchen – Bilder aus der Normandie und der Bretagne

Gotik und Gärten – Fotos: Lothringen, Champagne, Île de France, Normandie

Eines langen Tages Reise in die Nacht – ein Sonnenuntergang (und etwas mehr) aus Irland

Stille Tage in Clichés – Eindrücke aus dem Loiretal

Gehrys sehr famose Bude – Bilbao und Baskenland

Kennst Du das Land, wo die Zitronen blüh’n? – aus dem Golf von Neapel

Spanien von Barcelona bis Sevilla – Eine Fotosafari quer durch Spanien

Die Irren von Baalbek – dunkle Ahnung und helle Bilder im Libanon

Im Land ohne Lächeln – China, Impressionen und Reflexionen

Eine Lesung – Egon Friedell – Kulturgeschichte der Neuzeit (Podcast)

Von Städten und Büchern – über das Lesen von Büchern und Städten

Artenkunde der Reisenden – über Menschen auf Reisen

Ein 1. Preis der GEO-Reisecommunity… – ebendas

Artenkunde der Reiseleiter – über arbeitende Menschen auf Reisen

Zanzibar – über Klaus Mann, Cannes, Nizza und eine seltsame Nacht

Pardon me boys, is that the Chattanooga Choo Choo? – über die ÖBB

Addio, Italia! – Wehmut einer Enttäuschung

Beginn einer lebenslangen Suche – Anfänge eines Lebens mit Italien

Understatement in Cash – über die Toskana

Peter Paul Rubens – Malerfürst in X-Large – über Rubens

Tiepolo – die Entdeckung der Langsamkeit – über Tiepolo, Langsamsein und Präimplantationsdiagnostik

Touristengebet, aktualisiert – ein augenzwinkerndes Gebet

Reiseleiter? – Reiseleiter! – warum trotz allem

Marcel Prousts Fragebogen – zum Nachmachen

Der Alte von Cosenza – über Lyrik

Hier blühen keine Zitronen – über die Renaissance und die Schönheit

Lawrence von Arabien – der englische Patient – über ihn

Der schönste und traurigste Ort der Welt – Versailles

Warum ich kein Diplomat geworden bin – und worüber ich sehr froh bin

Rom mit Kindern (oder ohne) – aber eher mit, „ohne“ steht woanders

Ex Oriente Lux – über Lissabon und die Algarve

Ein geheim gehaltenes kleines Kunstwerk – über Reiseführer und Budapest

Österreichische Printmedien – in Anlehnung an „Yes, Minister“

Brief an eine Tochter – über jüngere Kunst

Weihnachten und viel mehr – meine alljährliche Weihnachtsgeschichte von Axel Corti

Ob es das Christkind gibt? – Brief an einen jungen Menschen

Zugänge “Vier” – ein Quiz, wie auch:
Zugänge “Drei”, Zugänge “Zwei”, Zugänge “Eins”

 

14 Nov 2013

A Last Night

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Wenn man einen bestimmten Stein im Boden vor dem Altar in der Kathedrale von Salisbury anhebt, wofür es einen gefinkelten Hebemechanismus gibt, kann man einen dafür bereitgestellten Stab in das entstandene Loch senken und stellt fest, dass das Grundwasser gerade einmal etwas mehr als einen Meter tief liegt.
Darüber steht ein Gebäude, das mehr als 79.500 Tonnen wiegt, eines der Wunder der Welt. Wussten die Erbauer das? Ja, natürlich. War es ratsam, dort eine Kirche dieser Größenordnung zu errichten? Nein, es war Wahnsinn.

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Einer der absoluten Höhepunkte jeder „Last Night of the Proms“ in der Royal Albert Hall ist das kollektiv gesungene „Jerusalem“, Text von William Blake, komponiert von Hubert Parry. „Es wird als Englands populärstes patriotisches Lied angesehen und unterschiedslos verbunden mit dem englischen und britischen Nationalismus, Antimodernismus, Postmodernismus, sozialistischen Ideen und dem Christentum – und hat somit eine wohl einzigartige Stellung in der Welt.“ (Wikipedia). Jerusalem war auch die Hymne der Suffragetten und ist die der wenigen englischen Grünen.
Sollte Britannien sich einmal den Luxus leisten auf die Dienste jener Familien zu verzichten, die es seit Jahrhunderten und in einem Fall seit einem Jahrtausend ausbeuten, hat „Jerusalem“ gute Chancen, die neue Nationalhymne zu werden, vor Cricket-Nationalspielen ist es das schon. Vermutlich trägt die Tatsache, vor einem Sport, dem beizuwohnen an Spannung nur mit dem Beobachten des Trocknens von Wandfarbe verglichen werden kann, dazu bei, dass beides außerhalb der komischen kleinen Insel nicht weltberühmt ist.
Der Text bezieht sich auf einen legendären Aufenthalt des Gottessohns in Begleitung von Joseph von Arimathäa in Glastonbury, als sie offenbar etwas zu früh dorthin kamen, weil das Festival erst deutlich später ins Leben gerufen wurde.
Dabei war Blake ein weiser Mann und ein großer Dichter, und die Melodie, die Perry geschaffen hat, lässt prosaische Menschen wie mich beim Geschirrabtrocknen innenhalten und leise ins Geschirrtuch schluchzen – oder Hunderttausende bei der Last Night of the Proms vollkommen die britische Contenance und Soigniertheit verlieren und sich gebärden wie Fans der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft bei Fendrichs „I am from Austria“.
Es geht unter die Haut, wirklich. https://www.youtube.com/watch?v=iCpzEtlM4ZM

Heuer durfte ich dort sein, Bilder der jüngsten London-Reise: https://goo.gl/photos/4DnRgZ2ankEbrGdm6

Dieses Jahr wurde mir viel von England mitgegeben. Immer wieder war ich erstaunt über das untrennbar Verwobene vornehmster Distinguiertheit und abgrundtiefer Gewöhnlichkeit. Die heimeligen englischen Pubs sind eine Brutstätte von Philosophen, die durch die Bank ein angespanntes Verhältnis zur deutschen Metaphysik des achtzehnten Jahrhunderts haben. Wie wäre es anders erklärbar, dass man nirgends sonst so oft kritische Bemerkungen wie „F***ing Kant“ hört?

Während der heurigen Last Night of the Proms war ich mir zum ersten Mal nicht mehr sicher, ob die teils absurd chauvinistischen Liedtexte für alle, die sie heute singen, wirklich bloß pure Ironie darstellen. Für interessierte Beobachter war es spannend zu sehen, welche Fraktion der Fähnchenschwinger die Oberhand behalten würde: die der Schwenker von EU-Fahnen oder die des Union Jack. Das Ergebnis war eindeutig, auch dort. Blakes Worte waren durchaus prophetisch: „And was Jerusalem builded here / Among these dark Satanic Mills?“

Britannien hat der Welt und Europa unermesslich viel geborgt. Es war wohl Zeit eine Rechnung zu präsentieren. Schon Churchill hatte seine Vision eines vereinigten Europa wohlweislich ohne sein Heimatland. Wir werden mit Nationalismus noch viel zu tun haben in den kommenden Jahren, und nicht nur dort.

Der Turm der Kathedrale von Salisbury, der höchste des Königreichs, weist eine Abweichung von der Vertikalen auf, die einen dreiviertel Meter beträgt. Er ist nicht auf Sand gebaut, aber auch nicht für die Ewigkeit. Im Inneren sieht man deutlich, dass die ihn tragenden Säulen aus Purbeck-Marmor, die „Säulen der Erde“, unter dem Gewicht gebogen sind. Steht etwas nicht im Lot, nennt man das im Englischen „out of true“.

Auch hier: meine Termine für 2017 stehen fest: http://www.kriegelstein.eu/termine/

 

 

14 Sep 2016

Besuchen Sie Europa – solange es noch geht…

Liebe Freunde,

angesichts der Weltlage lade ich ein zu einer letzten Grand Tour zu den ehemaligen Bildungsstätten Europas. Eine Reise dieser Art wird in den kommenden Jahren aufgrund der Wirtschafts- und Sicherheitslage, wie auch aus klimatischen Gründen nicht mehr möglich sein.

Die Reise ist in Zusammenarbeit mit den namhaftesten Veranstaltern Ostösterreichs ausgeschrieben und steht unter der Patronanz von Bundeskanzler Sebastian Kurz und Innenminister Heinz-Christian Strache.

Visa für alle besuchten Staaten Europas sind in Eigeninitiative der Teilnehmer*innen zu besorgen. Aus Zeitgründen wird darum ersucht, im vorhinein ausreichende Bargeldbeträge (Lire, Pfund, Mark, Francs, westösterreichische Gulden etc etc) in heimischen Banken zu wechseln.

Höhepunkte sind eine Audienz bei Papst Josemaria I. in der Residenz des Opus Dei während der Zeremonie der Seligsprechung von LH Erwin Pröll unter evangelikaler Leitung im Vatikanstaat, ein Besuch bei der Präsidentin und Premierministerin der französischen Republik Marine Le Pen im Elyséepalast und eine Vorsprache beim Vorsitzenden des italienischen faschistischen Staatsrates in Rom, Silvio Berlusconi.

In London wird das neue Regierungsgebäude in der ehemaligen Bank of England besucht (Ehrung David Camerons für die endgültige Entbindung der Finanzwirtschaft von sämtlichen Steuern und Abgaben), mit dem Nachbaarstaat Schottland der letzte europäische Anachronismus, der an einer Währung namens „€uro“ festhält.
In Brüssel, Flanderns geteilter Hauptstadt, werden im flämischen Stadtteil die ehemaligen Verwaltungsgebäude der „Europäischen Union“ (+) aufgesucht, während in Luxemburg das Hauptquartier der Föderalen Verwaltung aller 91 europäischen Staaten und deren teils autarker Teilrepubliken sowie der Große Tempel der internationalen Hedgefonds wie auch der Heilige Briefkasten besichtigt werden können.

Aufgrund der zu erwartenden Wartezeiten bei den Grenzabfertigungen und der Auswirkungen der anhaltenden Kriege im Nahen Osten, im Mittleren Osten, in den neuen Comecon-Staaten des Neuen Warschauer Pakts und in Südtirol und Unterkärnten sowie der umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen gegen unleistbare Zuwanderung parasitärer Elemente ist für die Reise selbst in etwa der selbe Zeitrahmen vorgesehen wie für die Formalitäten bei den Ein- und Ausreisen.

Bitte bedenken Sie, dass die Reisen innerhalb des europäischen Kontinents heute durch vier Zeitzonen führen. Bedingt durch die national unterschiedlichen Vorschriften ist das Mitführen elektronischer Geräte untersagt, wobei die divergierenden Datennetze ohnedies den Gebrauch eines Empfangsgeräts nutzlos machen würden. Zur Aufrechterhaltung der Kommunikation mit Ihren Lieben daheim empfehlen wir die zeitgerechte Anschaffung nationaler Telefonkarten, mit denen häufig von Fernsprechern aus kurze Gespräche geführt werden können. Das Mitführen Ihrer ID-Karte ist wie von unserer Schutzmacht und ihrem Präsidenten Donald Trump vorgesehen während der gesamten Reisedauer verbindlich.

In Anbetracht der zwei Millionen Hitzetoten allein in Europa im Vorjahr und wegen der ressourcenbedingten Engpässe bei der Versorgung von Klimaanlagen ist die Mitnahme von Medikamenten gesundheitlich möglicherweise Betroffener unumgänglich.

Da aus Sicherheitsgründen die jeweiligen Sehenswürdigkeiten nur noch aus größerer Entfernung betrachtet werden können, ist ein leistungsstarkes Teleobjektiv dringend angeraten.

Anmeldungen werden unter der ostösterreichischen Fax-Nummer (+9943) 01 944 94 55 entgegengenommen.

Hochachtungsvoll,
AK

12 Mai 2016

Aus den Iden des Mai

In den Terminen gibt es eine erste Vorschau auf Destinationen, die ich 2017 ansteuern werde.

Neue Bilder gibt es von der Côte d’Azur (https://goo.gl/photos/SH4xLfavDGXQt89UA und https://goo.gl/photos/Nfm11eDbzraX8Aoh6), aber auch hier als Filmchen: https://goo.gl/photos/eGeCvHC7a5vzGz2y7. In meiner virtuellen Galerie gibt es auch wieder aktuelle Bilder aus Andalusien: https://goo.gl/psjJ5z.

 

 

12 Mai 2016

Bilder aus Südspanien

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25 Mai 2015

Rajasthan

Bilder einer Reise durch Rajasthan: http://goo.gl/eJJzDZ

Aus meinem ehemaligen Blog, Bilder aus Südindien 2010: http://goo.gl/AYxwrV

 

16 Feb 2015

Bilder, die sprechen

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„Sie sind FREMD!“
Sie sind fünfzig Millionen, mindestens, genau weiß das niemand.

Manche suchen ein besseres Leben, manche nur irgendein Leben, manche wollen dem Tod entfliehen, Hunger, Epidemien oder Krieg.

Wie wir mit ihnen umgehen, daran werden wir einmal gemessen werden. Einfache Lösungen, nein: irgendwelche Lösungen sind nicht in Sicht. Nicht einmal die beklemmende Stille übertönende Antworten sind leicht zu finden, wenn irgendwer diesen ganzen Wahnsinn anspricht.

Nur „fremd“, fremd sind sie nicht. Sie sind welche von uns, wenn auch von woanders.

Spaziert man durch Mantua, begegnet man in den beiden großen Residenzen, dem Herzogspalast und dem Sommersitz del Tè der Gonzaga, Menschen, die vor Jahrhunderten gelebt haben. Es ist nicht wichtig zu wissen, wann genau, wie es nicht wichtig ist Correggio und Giulio Romano und Andrea Mantegna, die Este oder die Gonzaga zu kennen.
Seien wir ehrlich: über die meisten ihrer Figuren und Themen wissen wir auch schon fast nichts mehr: Ganymed, Eros, Cupido, Psyche und Zeus sind uns nicht mehr vertraut, und noch weniger denken wir bei Federico Gonzaga oder Isabella d’Este an Menschen, die einmal (sehr) gelebt haben. Wie viel weniger noch sind uns die Namenlosen nahe, die Staffage-Figuren, die Statisten, die Früchte-in-Körbe-Füller und die vielen Kinder, die ratlos auf Betrachter blicken, die durch komische Instrumente auf sie starren.

Und doch: wir ahnen, dass Giulio Romano diesen Knaben dazugestellt hat, weil sein Blick dieses Bild ganz macht. Und wir sehen, worüber die gelacht haben, zotig manchmal und vielleicht verschämt, und was sie schön gefunden haben und was beängstigend. Damals, vor so langer Zeit. Sie wußten noch nichts von der anderen Seite der Welt und wenig von dieser, sie hatten das Zweifeln nocht nicht gelernt und das Hoffen noch nicht verlernt. Aber gegessen haben sie und getrunken, geliebt und gefürchtet, sie haben Wert gelegt auf uns Vertrautes und sie waren wie wir, selbst sie: Kinder der Erde und des Himmels, der Zukunft und des Gesterns, weil es da, woher wir kommen, und dort, wohin wir gehen, keine Zeit gibt, auch kein Woanders.

Sie sind welche von uns, Brüder und Schwestern. Fremd sind sie nur, wenn wir sie verleugnen.

(Die beiden Correggios ganz am Ende sind natürlich aus dem KHM in Wien, aber sie waren einmal in Mantua, für wo sie gemalt worden waren und wohin sie eigentlich gehören. Deshalb habe ich sie hier dazugehängt).

Besser betrachtbar (und zahlreicher) sind die Bilder hier: http://goo.gl/kqwHBg

22 Okt 2014

… wie Gott in Frankreich

2015 bringt mir ein Bukett erlesener Reisen, u.a. für den Ö1-Club, Reisen nach Indien, Vietnam und Kambodscha und in Teile Europas, die ich schon seit einiger Zeit wieder besuchen wollte. Das und mehr steht nun unter „Termine„.

Diesmal gibt es fangfrische Bilder aus der Normandie, der Bretagne, aus dem Loiretal und aus Fontainebleau. Mehr: (und dort wesentlich besser betrachtbar): https://picasaweb.google.com/107054723244977319050

Und für alle, die mit mir verreis(t)en: Hinter’m Horizont geht’s weiter ;) http://youtu.be/-JIgEKzs9CI

28 Jul 2014

Eyes wide open

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„Aber reisten wir wohl, wenn wir nicht die Hoffnung hätten, an einem ganz fremden Ort uns selbst zu begegnen? Es ist schön, fremd zu sein, mit allen Städten vertraut, nirgends daheim zu sein. Im Grunde – wer, der viel reist, gibt es nicht zu – sind wir in der Fremde nicht, aber auch in der Heimat nicht ganz zu Hause. Das Endziel alles Reisens wäre vielleicht dieses Gefühl, das die Welt entschwert: ich kenne alles, ich lebte überall, aber ich kann nirgends bleiben. Die Welt gehört mir, aber ich gehöre nicht ganz hinein. Warum sonst hätten wir Deutsche die riesigen Systeme unserer Metaphysik errichtet, diese Festungen der Zuflucht, rücksichtsloser Dauer, unbegrenzter Eroberung, als weil wir uns nirgends zu Hause fühlen? Die Wandernden und Umhergetriebenen sind die Metaphysiker von Geburt.“

Reinhold Schneider, Portugal, 1928

Ein paar Jahre später hätte Schneider das Wort „Eroberung“ nicht mehr verwendet, aber alles andere ist für die Ewigkeit.

Ein wenig von der lebenslangen Müdigkeit Schneiders wird immer stärker auch ein Teil von mir; das Kraftraubende des ständigen Unterwegsseins beginnt im Älterwerden seinen Tribut zu fordern. Es war ja auch schon bisher auch heuer kein kurzer Weg, den ich zurückgelegt habe: von Marokko über Andalusien nach Nordportugal, in den Norden Spaniens, in Frankreichs Südwesten und via Englands Süden geht es nun in die Normandie und in die Bretagne, dann zu den Schlössern an der Loire. So folgerichtig war noch keine meine Tourneen, konsequent von Marrakesch nordwärts.

Es sind heute kleine Siege, die mich noch beflügeln: seit Jahren suchte ich die Stelle, an der ich mich einst über den Ausdruck „eyes wide shut“ gefreut hatte, woran mich der gleichnamige Film wieder erinnert hat. Ich habe das gefunden, beim Wiederlesen von John Le Carrés großartigem „Tinker Tailor Soldier Spy“. Etwas funktioniert noch, dort, wovon ich lebe. Jetzt weiß ich auch, dass ich die Antwort bei Wikipedia gefunden hätte…

Anbei ein paar Bilder vom Jakobsweg (sowie: https://picasaweb.google.com/107054723244977319050/ElCaminoDerWegNachSantiagoDeCompostela?authuser=0&feat=directlink);

Santiago möge uns Reisenden auf der großen Suche weiterhin beistehen.

25 Jun 2014

Ein Flâneur in Sevilla

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– mehr: http://tinyurl.com/kbu27ee

– und weitere aktuelle Bilder aus Andalusien: http://goo.gl/nDqUa4

– mein Picasa – Web-Fotoalbum generell, wo Bilder einfach besser betrachtbar sind, Diaschau möglich ist, etc: https://picasaweb.google.com/107054723244977319050

25 Apr 2014

Aranjuez – Kierling

In Tours wohne ich oft beim Bahnhof; von der Stadt, in der das reinste Französisch gesprochen wird, lassen sich viele der schönsten Loire-Schlösser gut besuchen. Gleich um die Ecke gibt es ein baskisches Café, in dem Jean-Luc de facto wohnt. Betrete ich das Bistro, steht er immer am Tresen, und egal wie lange ich nicht mehr dagewesen bin, setzt Jean-Luc das immergleiche Gespräch fort, als wäre ich nur kurz ausgetreten gewesen. Er hat nur ein Thema: Back ou Mosaart? Bei unserem ersten Kennenlernen dauerte es etwas, bis ich dahinterkam, dass er wissen wollte, wie ich’s denn hielte: war Jean-Sébastien Bach der Größere oder Mozart? Da ich Österreicher bin, muss ich nach Jean-Lucs Überzeugung stets Wolferls Stellung halten, obwohl ich nichts Erhabeneres kenne als die Matthäus-Passion, wenn auch dicht gefolgt von Mozarts Requiem. Mit Jean-Luc kommt man dann unweigerlich zu Nietzsche und Kafka (und der Rugby-Mannschaft von Biarritz), und diese bierseligen Gespräche im Tal der Loire tun manchmal recht gut, wenn der Kopf nach zu viel Schönheit ausgelüftet gehört. (mehr …)

25 Mrz 2014