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Ein Flâneur in Sevilla

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Zwölf Minuten

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Vicente betreibt einen dieser winzigen Greissler-Läden in Sevilla. Sein Geschäft liegt gleich beim Parasol, dem “Schwammerl“, das ich so liebe, und das ich jeden Tag, den ich hier verbringe, besuche, bei Tag oder nachts. In Vicentes Laden, nicht größer als vier Telefonzellen, gibt es geschätzte zweitausend Artikel, eigentlich alles, von Schnürsenkeln bis Putzmitteln, vor allem aber Lebensmittel. Von der Decke hängen herrliche Schinken, in der Vitrine liegen Wurst und Käse in allen Variationen, in den Regalen drängen sich Flaschen mit allem, was das Herz begehrt. An der Wand hängt ein Zeitungsausschnitt, in dem steht, dass Vicente seine Kunden seit 57 Jahren bedient und Fan von Betis Sevilla ist. Weiterlesen

Das größere Puzzle

Sigurd Schädeldrunk wurde 1965 als elftes Kind seiner Eltern in Tromsö geboren, 600 km südlich des Nordkaps und 1600 km nördlich von Oslo oder 4000 km nördlich von Palermo.                                                                                Sein Vater war im Straßenbau beschäftigt, aufgrund der Schneeverhältnisse bis auf wenige Wochen des Jahres beschäftigungslos und, wie praktisch alle Arbeiter in Tromsö, dem Trunk ergeben. Die Mutter führte anscheinend ein extrem unauffälliges und aufopferndes Dasein als Hausfrau und Mitglied im Kirchenchor einer örtlichen Stabkirchen-Gesangsgruppe. Von frühester Jugend an waren Schädeldrunks Träume und Wünsche nach Süden orientiert.

Die acht jährlichen Wintermonate, sechs davon bei ständiger Dunkelheit, zerrütteten sein Nervensystem bereits, bevor er die Volksschule besuchte. Erkennbar wurden seine Schwierigkeiten, sich den Bedingungen seiner lokalen Hemisphäre anzupassen, durch vereinzelte autistische Ansätze, eine Hingabe zu Puzzles und eine Vorliebe für neapolitanische Volkslieder. Dies machte ihn bald zu einem Außenseiter in seinem unmittelbaren Lebensumfeld. Von Freundschaften in seiner Jugend ist nichts überliefert, von Geborgenheit bei seinen Eltern noch weniger. Zwei Entscheidungen sollten seinen Lebensweg entscheidend beeinflussen: der Entschluss, in Trondheim Kunstgeschichte zu studieren und die Lektüre des Buches „Die Kinder von Torremolinos“ von James Michener. Weiterlesen